Pfingstlager 2022

Erschienen am 20. Juli 2022 in Allgemein

Simon

 

Auf den Spuren von Baden-Powell

„Eine Schwierigkeit hört auf, eine solche zu sein, sobald ihr darüber lächelt und sie in Angriff nehmt“ soll Baden-Powell einmal gesagt haben. Sich dieser Worte des Gründers der Pfadfinderbewegung besinnend, schreitet der Pfingstlager-AK lächelnd zur Tat und liefert hiermit (kurz vor dem Beginn des Stammessommerlagers) seinen Bericht zum Pfingstlager 2022.

Wir waren darauf gefasst, ein Wochenende auf den Spuren von Baden-Powell zu wandeln und mehr über sein Leben und die Gründung der Pfadfinderbewegung zu erfahren. Was dann in der Morgenrunde am Samstag passierte, hat unsere monatelange Planung völlig über Bord geworfen … aber der Reihe nach!

In Rüthen angekommen, freuten sich alle darüber, dass die vorgefahrenen Leiter und Rover schon die Zelte aufgebaut hatten. Da war der Ärger über den etwas verspäteten Reisebus gleich verflogen (wie nachhaltig der Ärger über das Busunternehmen sein sollte, konnten wir da ja noch nicht ahnen!). So konnten wir ganz entspannt und nach Stärkung mit einer leckeren Kartoffel-Lauchsuppe mit der ersten Abendrunde ins Lager starten. In einer Mitmachgeschichte lernten wir viel über das Leben von Baden-Powell, zum Beispiel, dass er ziemlich oft „Allzeit bereit“ gesagt und so manches Mal in der Sonne gebruzzelt hat … Danach ließen wir den Abend alle gemeinsam gemütlich am Lagerfeuer ausklingen.

Die Morgenrunde am Samstag hielt dann auch für den AK eine große Überraschung bereit: Baden-Powell himself stand auf einmal mitten unter uns! Wir können uns bis heute nicht so recht erklären, wie BP auf einmal statt zum ersten Pfadfinderlager auf Brownsea Island zu uns nach Rüthen gelangen konnte … wahrscheinlich haben wir am Abend davor ein paar Mal zu oft seinen Namen gesagt. Wir erkannten schnell, dass wir BP helfen mussten, in seine Zeit zurückzukommen – denn wenn er die Pfadfinder in seiner Zeit nicht gründen könnte, würde es auch unseren Stamm nach dem Lager nicht mehr geben. Wir mussten also alles im Pfingstlager daran setzen, BP wieder zurück in seine Zeit zu bringen. Um den Zeitunterschied wettzumachen, nahmen wir uns vor, die Entwicklung der Pfadfinder von 1907 bis 2022 während des Lagers im Schnelldurchlauf durchzuleben. Allen Unkenrufen fauler Rover zum Trotz, wagten wir uns gleich nach dem Frühstück an diese ambitionierte Aufgabe, teilten uns in Gruppen auf und traten in von BP eigentlich für Brownsea Island konzipierten Spielen gegeneinander an. Ob Schnelligkeit bei der Rotwildjagd, Geschicklichkeit bei einem Wurfspiel oder Merkfähigkeit bei einem Gedächtnisspiel, BP forderte uns auf ganz unterschiedliche Weise heraus. Gestärkt mit vegetarischen Sandwiches wurden am Nachmittag die Finalspiele im Wikingerschach ausgetragen. Erschöpft vom Tag und Sonnenschein (bruzzel, bruzzel) erzählte uns BP in der Abendrunde mehr über seine Pläne mit den Pfadfindern und es stellte sich heraus, dass wir am nächsten Tag das erste World Scout Jamboree nachspielen werden würden.

Doch bevor es am Sonntag auf die Reise in unbekannte Länder ging, starteten wir (noch vor dem Frühstück) mit einem Gottesdienst in den Tag. In Stille schritten wir einen kleinen Hügel in der Nähe herauf, lauschten dort meditativen Taizé-Gesängen und der Pfingstgeschichte. Nach einem wohlverdienten Frühstück machten wir uns auf den Weg auf die umliegenden Felder und Waldstücke und erkundeten dort – ganz so wie bei einem World Scout Jamboree – fremde Länder. Wir lernten viel über Bangladesch und die dortigen Produktionsbedingungen für unsere Kleidung, spielten koreanische Spiele, hüpften in Australien als Kängurus um die Wette, kreierten unsere eigenen Stockbrotteige in Frankreich, lernten viel über die schwedische Natur und knüpften Armbänder in Namibia.
In der Abendrunde war BP sehr zufrieden mit unserer Arbeit. Um die mit Abstand wichtigste Entwicklung in der Weltpfadfinderbewegung nicht zu unterschlagen, berichteten wir BP anschließend natürlich noch von den Anfängen unseres Stammes. So näherten wir uns Schritt für Schritt der Gegenwart. Und da, genau so geheimnisvoll wie bei seinem plötzlichen Erscheinen, aber nicht ohne ein Wort tief verbundenen Dankes, verschwand BP plötzlich von der Bildfläche. Damit war unsere Arbeit getan und wir feierten unser Fortbestehen mit einer stimmungsvollen Singrunde am Lagerfeuer.

Am nächsten Morgen bauten wir in Erwartung eines heranziehenden Unwetters schnell unsere Zelte ab. Das Unwetter blieb glücklicherweise aus und auch sonst hätten wir uns mit dem Abbau Zeit lassen können, denn das Busunternehmen hatte uns vergessen! Nach knapp dreistündiger Wartezeit kam der Bus endlich und als wir schließlich in Heimerdorf ankamen, hatten die Rover und Leiter in den Materialautos schon alles in den Matraum geräumt – Glück im Unglück kann man das wohl nennen.

Mit einem Nehmt Abschied Brüder ging unser Pfingstlager auf den Spuren und mit Baden-Powell dann zu Ende. Schön war’s!

Gut Pfad und „Allzeit Bereit“!

Euer Pfingstlager-AK (Christoph, Eva, Hanna, Leon, Nora, Till)

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